Warum eigenständiges Denken von der Herde wegführen kann

Menschen passen sich häufig ihrer Gruppe an, weil Zugehörigkeit Sicherheit bietet. Für Nietzsche wird diese Anpassung jedoch problematisch, wenn dabei das eigene Urteil durch die Erwartungen anderer ersetzt wird.

Die „Herde“ steht dabei nicht einfach für andere Menschen, sondern für den gesellschaftlichen Druck, gemeinsame Werte, Meinungen und Verhaltensweisen zu übernehmen. Wer beginnt, diese kritisch zu prüfen, kann deshalb in einen Konflikt geraten: Soll er weiterhin dazugehören oder dem eigenen Urteil folgen?

Nietzsches Aufforderung „Werde, der du bist“ beschreibt den Gegenentwurf. Übernommene Werte sollen nicht automatisch gelten, sondern darauf geprüft werden, ob sie tatsächlich den eigenen Überzeugungen entsprechen.

In Also sprach Zarathustra symbolisieren Kamel, Löwe und Kind diesen Prozess: Das Kamel trägt fremde Werte, der Löwe lernt, Nein zu sagen, und das Kind steht für die Fähigkeit, neue Werte und eigenen Sinn zu schaffen.

Die Herde zu verlassen bedeutet daher nicht, andere Menschen abzulehnen. Es bedeutet, Zugehörigkeit nicht mit der Aufgabe des eigenen Denkens zu bezahlen.

Nietzsche
Herdeninstinkt
Freiheit
Individualität
Selbstbestimmung

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