Der Benner-Zyklus: Kann ein 150 Jahre altes Modell Börsenkrisen vorhersagen?
Kann ein Modell aus dem Jahr 1875 noch Hinweise auf heutige Börsenzyklen liefern? Der sogenannte Benner-Zyklus geht auf den US-Farmer Samuel Benner zurück, der nach der Finanzkrise von 1873 historische Preis- und Konjunkturdaten untersuchte.
Sein Modell unterscheidet drei Phasen:
- A – Panikjahre: Finanzkrisen und starke Markteinbrüche
- B – gute Zeiten: hohe Preise und mögliche Hochphasen
- C – schwierige Zeiten: niedrige Preise und potenzielle Kaufgelegenheiten
Besonders bekannt wurde das Modell, weil einige seiner Zeitfenster auffällig nahe an späteren Börsenwendepunkten lagen. Das zugrunde liegende Prinzip: Kredit, Spekulation und menschliches Verhalten erzeugen wiederkehrende Boom-und-Bust-Muster.
Für 2026 weist der Benner-Zyklus eine B-Phase aus – also ein mögliches Hochpreis- und erhöhtes Risikofenster. Daraus lässt sich jedoch kein konkreter Crash-Zeitpunkt ableiten. Historische Übereinstimmungen machen ein zyklisches Modell nicht zu einem verlässlichen Prognoseinstrument.
Für Anleger ist deshalb weniger die Frage entscheidend, ob ein Crash exakt vorhergesagt werden kann. Interessanter ist die Idee, in Hochphasen Risiken bewusst zu prüfen und ausreichend Spielraum zu behalten, um starke Kursrückgänge später als langfristige Kaufgelegenheiten nutzen zu können.
Comments